Insolvenzgeld für Arbeitnehmer

Die gute Nachricht zuerst: Durch Eintritt in die Insolvenz ist ihr Arbeitsverhältnis nicht automatisch gekündigt. Wie bei einer Firmenübernahme durch einen neuen Inhaber gilt der Grundsatz, dass lediglich der Vertragspartner, hier der Arbeitgeber, wechselt. Ihr neuer „Chef“ ist daher ab jetzt der Insolvenzverwalter.

Das bedeutet für den Arbeitnehmer, dass er auch weiterhin zur Arbeit zu erscheinen hat. Ob er allerdings auch sein dafür geschuldetes Gehalt bekommt, ist eine andere Frage.

Ist das Unternehmen erst einmal in der Insolvenz angelangt, so stellen die Lohnansprüche sogenannte Masseverbindlichkeiten dar. Das bedeutet: Diese sind bevorzugt auszubezahlen, noch vor der Befriedigung von Banken zum Beispiel.

Anders verhält es sich, wenn der Arbeitgeber bereits vor der Insolvenz kein Gehalt mehr zahlen konnte. Dieses bekommen die Arbeitgeber für den Zeitraum bis drei Monate vor Insolvenzbeginn als sogenanntes „Insolvenzgeld“ von der zuständigen Arbeitsagentur nur dann bezahlt, wenn entweder das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, mangels Masse nicht in Betracht kommt oder die Betriebstätigkeit komplett eingestellt wurde und wegen offensichtlicher Masselosigkeit kein Insolvenzantrag gestellt worden ist.

Den Antrag auf das Insolvenzgeld muss dabei jeder Arbeitnehmer selbst stellen. Dafür hat er zwei Monate ab dem Insolvenzereignis Zeit.

Auf keinen Fall sollten Sie im Vorfeld einen Gehaltsverzicht unterschreiben oder selbst kündigen! Denn sowohl das Arbeitslosen- als auch das Insolvenzgeld richten sich nach dem letzten Gehalt. Um eine mögliche Wartezeit bis zur Gewährung des Insolvenzgeldes überbrücken zu können empfiehlt es sich, zeitgleich einen Antrag auf Vorschuss zu stellen.

Weitere Informationen hierzu bekommen Sie von Rechtsanwältin Nina Haverkamp.

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