Privatinsolvenz – Schuldenfrei durch Insolvenzverfahren

Falls eine Sanierung durch Verhandlungen für Sie keine Option ist, dann bietet die Verbraucherinsolvenz den Ausweg aus der Schuldenspirale: in sechs Jahren können Sie schuldenfrei sein – auch ohne jede Gläubigerbefriedigung oder eigenes Einkommen und auch ohne Zustimmung der Gläubiger.

Wir leisten alle Vorarbeiten, d.h. wir führen die gesetzlich vorgeschriebene außergerichtliche Schuldenbereinigung durch, erstellen die notwendige Bescheinigung und füllen den Insolvenzantrag für Sie aus. Sie müssen nur noch unterschreiben. Vertrauen Sie auf eine erfahrene und erfolgreiche anwaltliche Betreuung in der Schuldnerberatung und Insolvenzberatung. Rechtsanwältin Haverkamp hat als Fachanwalt für Insolvenzrecht bereits hunderte von Insolvenzverfahren vorbereitet und erfolgreich zur Eröffnung bis zur Restschuldbefreiung gebracht.

Vorbereitung und Ablauf des Insolvenzverfahrens gliedern sich in verschiedene Phasen: die außergerichtliche Schuldenbereinigung, die Insolvenzphase und die Wohlverhaltensperiode.

Außergerichtliche Schuldenbereinigung

Vor dem eigentlichen Insolvenzverfahren ist ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren durchzuführen. Allen Gläubigern muss ein Angebot zur Schuldentilgung unterbreitet werden. Dies kann eine Einmalzahlung sein oder auch die Bereitstellung des pfändbaren Gehaltsanteils für einen Zeitraum von sechs Jahren. Wenn kein pfändbares Einkommen vorhanden ist, wird ein sogenannter Null-Plan den Gläubigern vorgelegt. In der Praxis muss man sagen, dass die außergerichtliche Schuldenbereinigung häufig nur pro-forma durchgeführt wird, da die Gläubiger einem Null-Plan nie zustimmen. Teilweise vertrauen die Gläubiger auch schlichtweg dem Schuldner nicht und wünschen sich einen Treuhänder, der die Angelegenheit betreut. Doch auch in den von vornherein aussichtslosen Fällen muss die außergerichtliche Schuldenbereinigung durchgeführt und ein Schuldenbereinigungsplan ausgearbeitet werden. Die gesetzliche Regelung ist insoweit zwingend. Erst nachdem die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert ist, darf ein Insolvenzantrag gestellt werden. In unsere Schuldnerberatung kommen immer wieder Mandanten, die bei anderen Rechtsanwälten teilweise jahrelang gewartet haben, dass die außergerichtliche Schuldenbereinigung abgeschlossen wird. Dies ist unsinnig. Wird lediglich ein Null-Plan unterbreitet, ist die Sache nach zwei Wochen erledigt und der Insolvenzantrag kann gestellt werden. Nur wenn eine echte Sanierung angestrebt ist, kann die Verhandlung mit den Gläubigern sich natürlich länger hinziehen, ansonsten gibt es keinen Grund für Verzögerungen.

Beachten Sie auch, dass innerhalb von sechs Monaten nach Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung – es reicht schon, dass ein Gläubiger sich ablehnend oder gar nicht äußert – ein Insolvenzantrag gestellt werden muss. Verzögert sich die Antragstellung über diesen Zeitraum hinaus muss die außergerichtliche Schuldenbereinigung erneut durchgeführt werden.

Insolvenzverfahren

Das Insolvenzgericht bestellt einen Treuhänder (in der Regelinsolvenz: Insolvenzverwalter), der Sie sechs Jahre lang begleitet. Normalerweise nehmen Sie keine Termine beim Insolvenzgericht wahr, sondern dies erledigt allein der Treuhänder. Das Insolvenzverfahren ist zwar ein Gerichtsverfahren, aber es läuft anders ab als Sie es vielleicht von anderen Gerichtsverfahren kennen – Sie erstellen keine Schriftsätze und werden üblicherweise nicht zu Verhandlungen geladen.

Das Insolvenzverfahren bietet nicht nur die Schuldenfreiheit nach sechs Jahren. Während dieser Zeit erhalten Sie auch keine Mahnungen mehr oder „Drohbriefe“. Sie können also durchatmen, und zwar schon wenn Sie uns beauftragt haben. Denn sobald wir die Gläubiger anschreiben, sind diese gehalten, sich nur noch an uns zu wenden. Im eröffneten Insolvenzverfahren ist zudem jede Zwangsvollstreckungsmaßnahme unzulässig. Der Gerichtsvollzieher steht nicht vor der Tür, Ihr Konto wird nicht gepfändet. Unsere Mandanten berichten uns vor allem von der großen Erleichterung und der Ruhe, die das eröffnete Insolvenzverfahren in ihr Leben gebracht hat.

Nach der Eröffnung des Verfahrens in der so genannten Insolvenzphase versucht der Treuhänder, Ihr Vermögen zu verwerten. Das bedeutet, alles was im Fall einer Zwangsvollstreckung pfändbar wäre, gehört zur Insolvenzmasse. Das kann beispielsweise eine Immobilie oder ein Auto sein. Wir beraten Sie bereits im Vorfeld der Insolvenz, ob Ihre Vermögenswerte überhaupt pfändbar sind – ausgenommen von der Pfändung ist zum Beispiel alles, was zur Berufsausübung benötigt wird. Hierzu gehört unter Umständen der Computer oder das Auto.  Wir können Ihnen Optionen für Ihre Immobilie aufzeigen.

Wohlverhaltensperiode

Nach Abschluss dieser Insolvenzphase kündigt das Insolvenzgericht die  Restschuldbefreiung an. Dies bedeutet nicht, dass Sie bereits restschuldbefreit sind. Sie haben jedoch eine erste große Hürde genommen!  Es beginnt nun die Wohlverhaltensphase. In dieser Phase haben Sie nur den pfändbaren Anteil ihres Einkommens an den Treuhänder abzuführen.  Grundsätzlich zieht der Treuhänder pfändbares Einkommen direkt beim Arbeitgeber ein. Sollten Sie jedoch kein pfändbares Einkommen haben, z.B. wegen hoher Freibeträge aufgrund von Unterhaltsverpflichtungen, geht dies nicht zu Lasten Ihrer Restschuldbefreiung! Sie sind zwar zur Arbeit verpflichtet, aber es kommt nicht auf die Höhe des Einkommens an.

Falls Sie etwas erben, müssen Sie die Hälfte des Erbteils an den Treuhänder herausgeben. Sie können allerdings auch das Erbe und auch den Pflichtteil ausschlagen – dies hindert nicht die Restschuldbefreiung! Möglicherweise wollen Sie aber auch das Erbe nutzen, um vorzeitig die Restschuldbefreiung zu erlange. Wenn mit dem Erbe alle Verbindlichkeiten und Verfahrenskosten gezahlt werden können, wird Ihnen die Restschuldbefreiung vorzeitig erteilt!

Das Restschuldbefreiungsverfahren bzw. die Wohlverhaltensperiode dauert derzeit sechs Jahre. Dieser Zeitraum läuft ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Für Insolvenzanträge, welche ab dem 1.7.2014 gestellt werden, gibt es die Möglichkeit zur Verkürzung der Wohlverhaltensperiode. Hierzu sehen Sie bitte unsere gesonderten Informationen. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode entscheidet das Gericht über die Restschuldbefreiung. Mit dem Beschluss über die Erteilung der Restschuldbefreiung können die Gläubiger dann ihre Forderungen nicht mehr durchsetzen.

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